Touren- und Veranstaltungstipps aus dem Illerwinkel

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Die Fischzüchter im Illerwinkel

…weil frischer Fisch ein Genuss ist


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Es gibt in Bayern ca. 120 Fischzüchter und zwei davon bei uns im Illerwinkel:

Olli und Andrea Fricke
Team der Fischzucht Roglmeier

Sie gelten in der Branche als mittelgroße Betriebe. Gleich zu Beginn: Das Ausmaß an Arbeit und Verantwortung den der Beruf mit sich bringt, wird von den meisten extrem unterschätzt. Die kleinen Fischchen benötigen nicht nur Futter und Wasser, es gehört einiges mehr dazu. Es ist interessant, wie stark sich die beiden Betriebe unterscheiden und das, obwohl sie beide die gleichen Fischarten züchten und vermarkten. Tauchen sie mit uns in den Alltag unserer Fischzüchter mit ein:

Wie und wo geht‘s denn eigentlich los?
Hier liegt schon der erste Unterschied. Der Fisch schlüpft zwar immer aus einem linsengroßen Ei, jedoch werden bei der Legauer Fischzucht Roglmeier die laichreifen Fische „abgestreift“. Durch leichten Druck entlang der Bauchseite fließen die Eier und der Samen aus den Fischen. Da die Speisefische Kaltlaicher sind, legen diese ihre Eier nur von Oktober bis Februar. Bei Familie Fricke werden daher die Fischeier in gekühlten Styroporboxen angeliefert. Wo diese ursprünglich herkommen, hängt von der Jahreszeit ab und wechselt beispielsweise zwischen Dänemark und Afrika.

6 Monate alte Forelle

Wie geht es dann weiter?
Hier läuft es relativ ähnlich ab. Beide Zuchtbetriebe haben ca. 25 Erdteiche, welche einen Quellwasserzufluss haben. Dieses Wasser hat eine Durchschnittstemperatur von 9° Celsius. Die Wassertemperatur ist ein entscheidendes Qualitätskriterium. Forellen, beispielsweise, vertragen maximal 18° Celsius. Eine hohe Temperatur ist nicht förderlich für Qualität des Fisches. Hohe Lebensqualität für den Fisch, stellen die Erdteiche dar, welche beide Züchter nutzen. Hier können die Fische frei schwimmen und haben ausreichend Platz. Die geringe Besatzdichte ist in der Fischzucht allerdings nicht selbstverständlich. Gerade Großbetriebe legen mehr Wert auf Quantität, denn Qualität, somit stellen sie den Fischen auch weniger natürlichen Lebensraum zur Verfügung. Gefüttert werden die Bachforellen, Regenbogenforellen und Saiblinge, die übrigens unter die Kategorie „Raubfisch“ fallen, mit Pellets. Das Futter besteht überwiegend aus Meeresfisch, welcher nicht hochwertig genug für den normalen Verzehr ist oder aus Resten der Produktion von Speisefisch stammt.  Dieser Futterfisch wird getrocknet, zu Fischmehl gemahlen und zu Pellets gepresst. Eine zwei Jahre alte Forelle wiegt ca. 500 Gramm und frisst bis zu diesem Zeitpunkt um die 0,6 kg Futter. Das dreiköpfige Team der Fischzucht Roglmeier, füttert überwiegend von Hand. Rund um die Uhr können die Fische von Familie Fricke fressen, denn hier ist in jedem Fischteich ein Futterautomat vorhanden, an dem die Fische eine Futtergabe auslösen können.

Die Sortierung ist ein weiterer Arbeitsschritt, der während der Aufzucht anfällt: Die Sortierung wird in beiden Zuchtbetrieben noch manuell erledigt. Hierfür werden Fische mit ähnlicher Größe und Gewicht in einen neuen, gemeinsamen, Erdteich umgesetzt. Aus einer zum selben Zeitpunkt geschlüpften Brut wachsen ca. 20 % sehr große Fische, 50 % mittelgroße und 30 % kleine heran. Damit diese eben auch groß und stark werden, wird hier durch die Sortierung nachgeholfen. 

Kurz vor dem Teller…
Bei dem, in der dritten Generation bestehenden Betrieb Roglmeier, sollte die Forelle bei der Schlachtung ungefähr ein halbes Kilo haben und zwei Jahre alt sein. Ob er geräuchert, filetiert oder auf einer Fischplatte bei der nächsten Party bei uns landet, ist völlig frei. 

Seit 1996 besitzt Familie Fricke einen eigenen Laden in Maria Steinbach, in dem verschiedenste Fischzubereitungen, stets frisch hergestellt, direkt erworben werden können. Olli Fricke beliefert aber auch Angelvereine und andere Züchter mit Lebendfisch, den er im Hänger an gewünschten Ort und Stelle transportiert. „So profitieren wir Fischnarren gegenseitig voneinander“, wie er mit schmunzelnder Miene sagt.

Und wie läuft denn nun der Tag eines Fischzüchters ab?
Vorneweg: Beim Fischzüchter gibt es keinen geregelten Feierabend oder Feiertag, denn er steht immer auf Abruf bereit. Olli Fricke steht beispielsweise nachts auf, um nachzusehen, ob sich der Biber einen Streich erlaubt hat und die Zulaufrohre verstopft hat. Morgens, noch vor dem Frühstück, steht der erste Kontrollgang in den beiden Betrieben an. Um den, für die Fische lebensnotwendigen Durchfluss zu garantieren, müssen mehrmals täglich die Gitter an den Ab- und Zuflüssen der Teiche gereinigt werden. Zudem haben die Fische Hunger, der gestillt werden muss. Neben den Gittern müssen auch die Teiche gereinigt, die Fische sortiert und die Brut geputzt werden. Zusätzlich müssen die Fische geschlachtet und die Köstlichkeiten, welche zum Verkauf stehen sollen, zubereitet werden. Und wenn die regelmäßig anfallenden Arbeiten erledigt sind, macht auch der Bürokratismus vor den Fischzüchtern keinen Halt. Bei Familie Fricke gibt es zu zusätzlich zu diesen Arbeiten, die Auslieferung des lebenden Fisches. Hierfür bedarf es einer guten Planung. Es muss für ausreichend Sauerstoff während des Transportes gesorgt sein, vorher das Futter abgestellt und der Fisch verladen werden.

Warum wird man Fischzüchter?
Auch wenn dieser Beruf im Winter bei Temperaturen im Minusbereich sehr hart ist und man ein großes Risiko trägt, da die gesamte Zucht ausfallen kann, sei es durch Schädlinge oder Seuchen, welche nicht vorhersehbar sind, waren sich die selbstständigen Fischzüchter einig: Es ist einfach wunderschön draußen, in und mit der Natur zu arbeiten und die Fische wachen zu sehen – … und das im eigenen Betrieb.

Transportfahrzeug für Lebendfisch

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