Touren- und Veranstaltungstipps aus dem Illerwinkel

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Warum macht man das?

Brauchtümer und deren Hintergründe

Traditioneller Palmboschen
Bildquelle: Bauernhofmuseum, Tanja Kutter

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Allerlei Grün, bunte Bänder und Eier schmücken Zweige
Der Palmboschen – ein bei uns weitverbreiteter Brauch, der auf den Einzug Jesu in Jerusalem hinweist. Der letzte Sonntag vor Ostern, der Palmsonntag, eröffnet die Karwoche, die wichtigste Woche im katholischen Kirchenjahr. 

„Da nahmen sie Palmzweige, zogen hinaus, um ihn zu empfangen und riefen:
Hosanna. Gesegnet sei der, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels!“ Das berichtet der Evangelist Johannes über das Geschehen am Palmsonntag. Auf dem Rücken eines jungen Esels ist der Sohn Gottes in die heilige Stadt eingezogen. Um Jesus zu begrüßen, schnitten Bewohner Palmzweige und Olivenäste von den Bäumen. Palmen galten schon im Altertum als heilige Bäume, ein Symbol der Königswürde. Da es bei uns jedoch keine echten Palmenzweige gibt, werden stellvertretend grünende und blühende Zweige anderer Bäume verwendet, wie zum Beispiel Buchsbaum, Fichte, Eibe oder Weiden, die bereits „Kätzchen“ tragen. Ein Symbol für ein Leben nach dem Tod, für die Wiederauferstehung.

So mancher Volksglaube steht hinter den Palmkätzchen und den Palmboschen. So trägt man ihn nach der Weihe dreimal ums Haus, um Schutz vor Blitz, Feuer, Krankheit und Unglück zu erbitten. In das Feld gesteckte, gesegnete Palmzweige, sollen zu einer guten Ernte führen und mit an Vieh verfütterten Zweigen, bittet man um Segen für das kommende Jahr. Es ist nicht selten, das einzelne Zweige hinter dem Kreuz im Herrgottswinkel oder an der Haustüre befestigen sind. Sollte schweres Gewitter aufziehen, werden Zweige dieser geweihten Ästchen verbrannt, um so Gottes Schutz zu erbitten. Sind geweihte Palmzweige vom Vorjahr über, können diese vielerorts in die Kirche gebracht werden. Mit der, durch verbrennen entstehenden Asche, zeichnet der Pfarrer am Aschermittwoch das Aschenkreuz auf die Stirn der Gläubigen.

Einzelne Zweige hinter dem Kreuz im Herrgottswinkel

Der Sonntag nach Aschermittwoch
Nach alter Tradition entzündet man Funkenfeuer, um den Winter auszutreiben. Dieses weit verbreitete Brauchtum, mit dem urkundlichen Beleg eines Funkensonntags, stammt aus einem, in lateinischer Schrift verfassten Brandbericht, aus dem Jahre 1090, der im Benediktinerkloster Lorsch, in der Pfalz, gefunden wurde.

Als Funken wird ein riesiger Holzhaufen bezeichnet, der am Funkensonntag nach Einbruch der Dämmerung am Abend angezündet wird. Oft werden Altholz und Christbäume von ehrenamtlich agierenden Gemeindemitgliedern in den einzelnen Haushalten eingesammelt und zum Abbrennplatz transportiert, wo es meterhoch aufgeschichtet wird. Das ganze Dorf versammelt sich und schaut zu, wie dieser Holzhaufen abgebrannt wird. Herrscht am Funkensonntag eine sternenklare Nacht, dann besagt eine alte Bauernregel, dass in diesem Jahr eine besonders reiche Kirschernte ins Haus steht. Mitten im Funken steckt eine Hexenpuppe, die man mit abbrennt. Die Hexe, die in der Mythologie das „Dunkle, Böse und Schwarz-Magische“ verkörpert, soll mit der Austreibung des Winters gleich mit vertrieben werden. Jedoch soll das Funkenfeuer nicht nur den Winter austreiben, sondern auch das Haus reinigen und von Altlasten befreien. Nicht selten wird bei diesem Brauchtum die Hexenpuppe mit Schießpulver gefüllt, damit sie beim Abbrennen mit lautem Knall explodiert, was laut klatschend und rufend von der Dorfgemeinschaft gefeiert wird und angeblich großes Glück bringen soll. Wussten Sie, dass angeblich das erste Unwetter im Jahr aus der Himmelsrichtung aufziehen soll, in deren Richtung die Funkenstange gefallen ist? Das Verbrennen einer solchen Hexenpuppe hat im Übrigen absolut nichts mit den Hexenverbrennungen des Mittelalters zu tun. Dabei handelt es sich um einen reinen Fastnachtsbrauch, der erst Anfang des
19. Jahrhunderts entstand.

In der Nacht von Samstag auf den Funkensonntag wird der Funken am Abbrennplatz bereits aufgebaut. Damit niemand das Funkenfeuer frühzeitig entfacht, wird in dieser Nacht meist eine so genannte „Funkenwache“ abgestellt, die diesen bewachen soll. Es soll damit verhindert werden, dass Burschen aus den umliegenden Nachbardörfern den Funken abfackeln, was gerne als boshafter Scherz gemacht wird.

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